#Milieugate Zürich hat endlich einen echten Skandal

Zürich hat nun endlich einen echten Skandal. Nein ich rede nicht von der Uni oder dem Fall Mörgeli, sondern vom #Milieugate
FDie heutige Tagespresse ist voll davon. 7
Da fragt sich Stadtrat Wolf, ob es wohl an der Führung liegt oder den Strukturen.Dabei liegt es im System.
Da müssen diese armen Polizisten täglich in Cabarets und Salons um zu kontrollieren, ob die Frauen berechtigt sind dieser Arbeit nachzugehen. Auf der Strasse begegnen sie weiteren Frauen. Alle alles andere als züchtig gekleidet. Zürich mag puritanisch geworden sein, die #Sexarbeiterinnen arbeiten trotzdem in freizügiger Kleidung und das mit dem Ziel Männer schwach und empfänglich für derberes als bloss ihre Reize zu machen. Polizisten (jedenfalls die meisten davon) sind auch nur Männer und keine Eunuchen. Irgendwann dürfte dieses „Vertrauensverhältnis, das man zu Bereichen in der Grauzone“ halt mal etwas zu vertraulich werden und ann wird halt mal ein Auge zugedrückt.Schliesslich sind das, wenn man den Feministinnen glauben will, ja alles arme bedauernswerte und ausgebeutete Frauen. Wer kann es denn da einem Polizisten schon verdenken, dass ihn das Mitleid übermannte.
Und so neu ist das nicht. Schon vor mehr als 30 Jahren gabs da immer Frauen, die genau wussten, wann eine Kontrolle anstand oder gar eine Razzia im Milieu stattfinden sollte. Das ist Tradition, nicht nur in Zürich, sondern auch in Bern. In Genf wirds nicht anders sein.
Aber jetzt davon auszugehen, die hätten Geld, Schmiergeld genommen, das ist doch ein bisschen weit hergeholt. Das naheliegende liegt doch auf oder in diesem Fall in der Hand

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Mythen der Prostitution

Mythen der Prostitution

Früher gab es zwei Sorten von Frauen, die Anständigen und die Unanständigen, die Ehrbaren und die Huren.

Prostitution zementiert diese Unterteilung der Frau. Das Magazin Emma rief deshalb eine Petition ins Leben, um die Abschaffung der Prostitution zu fordern. Das Magazin, und mit ihm viele Feministinnen, haben aber ihre Hausaufgaben nicht gemacht: wenn die Prostitution abgeschafft werden könnte, würde das nichts am Rollenbild Mann/Frau ändern. Denn in den Köpfen würde es weiterhin zwei Sorten Frauen geben: die Unabhängigen und die Opfer. Entweder sind sich die Befürworterinnen dessen nicht bewusst, oder sie wollen es sogar so, da sie in dieser Konstellation ja zweifelsfrei zu den „besseren“ Frauen gehören.

Dass Prostituierte schon immer stigmatisiert wurden, ist ein Mythos. Im Mittelalter bis zum Beginn der Neuzeit galten sie als ehrbare Frauen, einfach dem unteren Stand angehörend. Die Bordelle befanden sich im Besitz von Städten, Klöstern und der Kirche. Dirnen nahmen an festlichen Umzügen oder Prozessionen teil und durften an hohen christlichen Feiertagen nicht arbeiten, wurden aber für diese Tage entschädigt. Sie hatten denselben Stand in der bürgerlich-städtischen Gesellschaft wie eine Zunft.

Oft waren die Bordelle in einer Stadt den Reisenden vorbehalten und die Damen durften keine Bürger der Stadt bedienen. Ob man sich immer darin hielt, ist allerdings fraglich. Zweck dieser Verordnung war es, dass unverheiratete Männer und Handelsreisende die Frauen und Töchter ehrbarer Bürger nicht belästigten.Junge Männer sollten so Erfahrungen in Liebesdingen sammeln und ebenfalls nicht zum Störfaktor werden.

Die Dirnen jener Zeit blieben nicht ein Leben lang in ihrem Beruf. Sie heirateten meist reifere Männer oder kamen als Gouvernanten für die Kindererziehung reicher Leute zu Diensten. Letzteres deshalb, weil sie als lebenserfahren galten.

Erst während und nach der Industrialisierung veränderte sich das Rollenbild der Frau in jene Richtung, wie wir es heute noch häufig kennen. Frauen und Kinder arbeiteten zwar in den Arbeiterschichten und auf den Bauernhöfen noch mit, aber sie wurden schlechter bezahlt. Sie galten als weniger wert. Das wurde mit unterschiedlichen Argumenten über Epochen hinweg so definiert.

Mit der Aufklärung entstand die traditionelle Familie, die verlangte, dass die Frau zu Hause zu bleiben hatte. War die patrilineare (vaterrechtliche) Erbfolge früher nur dem Adel und der obersten Bürgerschicht vorbehalten, galt sie mit der Aufklärung für alle Schichten. Das Kind erbt Besitz oder Name des Vaters. Und um das sicherzustellen musste auch die Monogamie moralisch und gesetzlich verankert werden. Und zwar die Monogamie der Frau. Nur wenn sie nicht mit anderen Männern verkehrte, konnte der Ehemann sicher sein, dass die gemeinsamen Kinder auch von ihm stammten.

Männern blieb aber das Recht auf Promiskuität weiterhin erhalten. Es wurde zwar oft verurteilt, galt aber gesellschaftlich immer als akzeptiert. Prostitution existierte weiter, wurde aber gesellschaftlich an den Rand gedrängt.

Prostituierte sind von aussen betrachtet promisk. Sie verkehren mit vielen Männern, einem Privileg, das eigentlich Männern vorbehalten war. Irgendwie musste man verhindern, dass andere Frauen auch auf die Idee kämen, sich mehreren Männern hinzugeben, auch ohne Bezahlung. Also entstand mit der Zeit eine Herabsetzung der Prostituierten und darum jede Menge Mythen. Dazu gehörte etwa, dass sie immer ausgebeutet würden, ein Leben lang arm wie Kirchenmäuse seien und ähnliches. Damit sollte das Rollenbild der ehrbaren und monogamen Frau gefestigt werden. Untreue oder lebenslustige Frauen konnten so als Huren verschrien und gesellschaftlich geächtet werden.

Und das funktionierte bis zum Ende des letzten Jahrhunderts. Dann, nämlich nach den freien 60er Jahren, begannen einige Frauen aus dem Schatten zu treten und über ihren Beruf öffentlich zu reden oder ihre Geschichten niederzuschreiben.

Noch bis Ende der 90er Jahre fand das unsere liberale Gesellschaft bewundernswert. Mit der Jahrtausendwende verschwand das Thema wieder aus den Medien, die Wirtschaftslage veränderte sich. Die Rollenbilder blieben in den Köpfen und nun, wo die Frauen mehr und mehr nach Gleichstellung in Beruf und Lohnarbeit fordern, ja sogar Quoten verlangen, taucht das Thema erneut in den Medien auf.

Öffentlich wird über einen vermeintlichen Missstand diskutiert und die Abolutionisten wittern Morgenluft. In einer Zeit und einer Gesellschaft, wo die unsinnigsten Verbote Eingang in die Gesetzbücher finden, müsste das eigentlich nicht verwundern. Erstaunlich ist nur, dass die Feministinnen sich auf die Seite derer schlagen, die die Prostitution verbieten, abschaffen oder einschränken wollen. Dabei ist es gleichgültig, ob Freier bestraft, Strichzonen verboten werden oder die Sexarbeit ganz kriminalisiert wird. Das Ziel bleibt sich gleich: Frauen sollen nicht ungestraft unabhängig sein, weder finanziell noch im Geiste.

Für die Feministinnen schaut dasselbe heraus, wie damals für die Frauen, die mit der Heirat ihre Freiheit aufgaben und dafür einen ehrbaren Status erhielten. Bis 1988 galt im Schweizer Eherecht noch, dass die Ehefrau ohne Einwilligung des Ehemannes nicht arbeiten durfte. Ebenso galt eine Vergewaltigung in der Ehe bis zur Einführung des neuen Eherechtes nicht als Straftat.
Für sie ist der immaterielle Gewinn, dass sie im Gegensatz zu den Opferfrauen, die unabhängigen, erfolgreichen modernen Frauen sind.
Damit sich Feministinnen als die „besseren“ Frauen fühlen könen, müssen andere Frauen stigmatisiert oder zu Opfern gemacht werden. Aktuell Migrantinnen aus Osteuropa und Sexarbeiterinnen. Wie praktisch.

Nachtrag zu den Quellen: Für historisches „Dame Venus“ von Jaques Rossiaud“
Weiter Quelle: „Geschützte Freier“ Brigitte Obrist

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Alles andere als geil

Ich habe 9 Jahre als Prostituierte gearbeitet. Sexworkerin trifft es eher. Ich habe es nämlich getan, um meine Miete und mein Essen zu bezahlen. Arbeit eben.

Das Geschäft lebt von den Versprechungen der ungebremsten sexuellen Erfüllung, der Freiheit und der Perversionen. Aber das ist ein Teil des Marketings. Sexworkerin tun das, was Ehefrauen nicht tun, aber es sind keine ausgefeilte sexuelle Praktiken, von Ausnahmen abgesehen. Es geht um ein Versprechen, das nie eingelöst wird. Das Versprechen von der erfüllten Sehnsucht. Nicht einfach der Sehnsucht danach bedingungslos geliebt und begehrt zu werden, sondern auch nur bestimmen können, von wem.

Sexuelle Befriedigung und kontrollierte Entspannung. Ein Widerspruch? Ja. Sexuelle Vereinigung ist auch immer ein sich hingeben, sich fallenlassen, sich dem anderen ausliefern mit Haut und Haaren. Das macht verletzlich, das macht Angst. Mit dem käuflichen Sex umgeht Mann das Problem.
Es gibt diese Dienstleistungen auch für Frauen, wird aber weniger nachgefragt, da die meisten Frauen schlicht nicht die Mittel dazu haben oder einfach nicht so draufstehen, dass Mann ihnen etwas vormacht.

Männer spüren auch,dass es nicht echt ist, aber in 9 Jahren hat nur einer zu mir gesagt: „Erspar dir das Gestöhne, ich weiß, dass es dir keinen Spaß macht.“ Die anderen redeten sich ein, es werde beim nächsten Mal, bei der Nächsten der ersehnte Kick kommen. Freier sind entweder nach dem ersten Mal enttäuscht und gehen nie wieder zu einer Hure, oder sie gehen regelmäßig. Es wird zur Sucht.

Das Schlimmste, was einer Frau als Prostituierte passieren kann, ist dass ein langjähriger Stammfreier sich in sie verliebt. Dann verliert sie nämlich einen Kunden. Die Zuneigung, die eine Sexworkerin gibt, ist nicht echt, sondern nur gespielt. Es ist nur ein Versprechen, das nicht eingelöst wird. Ich habe die Werbung verkauft und das Produkt verschenkt. Das Produkt eine sexuelle Dienstleistung. Ein paar Handgriffe, ein bisschen Stöhnen und Gymnastik mit den Geschlechtsteilen. So ein Akt dauert in der Regel 2- 7 Minuten. Darum geht’s so gut als „Drive in Geschäft“ auf dem Straßenstrich. Man kann vorfahren, sich eine Frau aussuchen und die Sache schnell im eigenen Auto hinter sich bringen. Bezahlt wird im Voraus – hinterher würde die meisten Männer das Geld reuen – und damit sind sämtliche weitergehende Verpflichtungen danach quasi vertraglich ausgeschlossen. Keine Gefühle, keine Bindungen, kein schlechtes Gewissen.

Es ist kein Job wie jeder andere, aber es ist nur ein Job

Eine Bekannte von mir, eine Krankenpflegerin wollte mal dabei sein und zuschauen. Kein Problem, es gibt Männer, die finden das geil und zahlen dafür auch extra. Sie stellte danach ernüchtert fest: „Das ist gar nicht intim. Nicht so intim, wie wenn ich einen Patienten wasche.“ Stimmt, darum habe ich auch nie Krankenpflegerin oder Friseuse gelernt. Körperliche Nähe ja, aber emotionale nein.

Wer Männer hasst oder sie verachtet kann den Beruf nicht ausüben. Eine Sexworkerin kümmert sich nicht nur auf intime Weise um die Bedürfnisse ihrer männlichen Kundschaft, sondern auch auf eine umfassende Art und Weise, wie es eine Ehefrau, Geliebte oder Partnerin nie tun würde. Das setzt voraus, dass Frau Männer mag. Es geht bei dieser Dienstleistung um ihn, nur um ihn, ausschließlich um seine Bedürfnisse, nicht um ihre.
Sie hat zu sagen, zu denken und zu fühlen, was er sich von ihr verspricht. Das heißt sie tut so als ob. Je perfekter, desto besser. Sie darf ihm nie das Gefühl geben, sie sei schlauer oder intelligenter als er. Und egal wie oder was er macht, sie hat es absolut geil zu finden. Sexworkerinnen sind ausgezeichnete Schauspielerinnen.

Der Trick ist, ihn so schnell wie möglich körperlich zu befriedigen und ihm gleichzeitig das Gefühl zu vermitteln, er, nur er, sei der Einzige, bei dem sie je einen Orgasmus hatte. Wer das seltene Glück hat, einen Freier persönlich zu kennen, wird genau das von ihm hören:“Bei mir ist es ihr wirklich gekommen“.

Je schneller frau einen Freier befriedigt hat, desto schneller geht er wieder. Das lernen alle sich prostituierenden Frauen, auch solche, die dazu gezwungen werden. Den Luxus etwas für die Kundschaft zu empfinden, egal ob Sympathie oder Antipathie oder Ekel, kann sich keine Sexworkerin leisten. Professionalität basiert auf der emotionalen Distanz, die frau entweder schon am ersten Tag lernt oder sie ist für den Job nicht geeignet.
Es ist ein Mythos, dass es massenhaft Zwangsprostituierte gibt. Diese Art von „Ware“ ist heikel. Die Investitionen größer als man denkt. Die Frauen müssen gewisse Kriterien erfüllen, man muss sie anwerben, einfach entführen geht nur im Film. Frauen sind keine Pferde, die man zureiten kann. Jede Frau kann ein Risiko darstellen. Menschenhändler haben ein Gespür dafür. Es will ja keiner mit einem Küchenmesser im Rücken enden.
Zwangsprostituierte können flüchten, sie können – wie in Zürich geschehen herausfinden, dass der Staat nicht korrumpierbar ist und Anzeige erstatten und sie können sich emporarbeiten und als Anwerberinnen für andere Frauen die Seiten wechseln. Die meisten sterben allerdings einfach früh. Weil sie keine medizinische Behandlung erhalten, nicht mehr genügend Geld heranschaffen oder zu einem Sicherheitsrisiko werden.

Die weit verbreitete Meinung, es gäbe mehr Zwangsprostituierte als professionell arbeitende Frauen ist nicht nur falsch, er ist gut fürs Geschäft. Viele Männer finden die Vorstellung geil, dass es Prostituierte gibt, die alles, einfach alles machen. In der Realität funktioniert das nicht so einfach. Jede Frau macht nur das, was sie machen kann, was sexuelle Praktiken betrifft und den Zuhälter, falls einer dahinter steht, interessiert nur die Kohle, die sie reinbringt. Weniger antörnend finden es die meisten Freier übrigens, wenn da jedes mal ein Typ daneben stehen würde.
Frauen mit Prügelflecken oder blauen Augen sind auch nicht gut fürs Geschäft. Also muss der Zwang schon subtiler erfolgen, was einzelne Sadisten ,wie die Ungarn, die in Zürich verurteilt wurden nicht ausschließt.

Debatten um Zwangsprostitution dienen dem organisierten Verbrechen. Sie lenken von rentableren Geschäften ab. Zwangsarbeiter auf dem Bau, in der Textilbranche und bei der Haushaltshilfe- und Pflege bringen mehr, da es sich dabei nicht ausschließlich um hübsche junge Frauen handeln muss und es sich nicht im öffentlichen oder halböffentlichen Raum abspielt.

Alle Sexworkerinnen als Zwangsprostituierte zu sehen, dient dem Bedürfnis der moralischen Überlegenheit einzelner. Die Frauen als Opfer zu sehen, macht es auch den Freiern einfacher. Sie sehen dann die Befriedigung ihrer Bedürfnisse (früher auf dem Drogenstrich eingelöst) als humanitäre Hilfeleistung. Jeder denkt, wenn ich gehe, dann muss sie einen anderen weniger machen. Einen dieser Sauhunde.

Freier reden nicht miteinander. Jeder denkt von sich die große Ausnahme zu sein. Außer ihm seien das alles emotionale Krüppel, Perverse oder einfach arme Teufel, die sonst keine Frau abkriegen. Jeder 4. Schweizer Mann ist statistisch gesehen ein Freier. Die meisten davon in einer intakten Beziehung oder verheiratet. Jeder sieht sich als die „Ausnahme“.
Am Phänomen der Prostitution sind 98,5% Freier und 1,5% Prostituierte beteiligt. Aber die Diskussionen drehen sich immer um die Frauen. Immer öfter, um die Frauen als Opfer, die somit als unselbstständig gelten. Praktisch für Behörden und Freier. Wer nichts wert ist, den muss Mann auch nicht respektvoll behandeln. Da wo Prostitution verboten ist, da werden die Prostituierten bestraft, die Freier brauchen also nicht zu befürchten, wenn sie einer solchen Frau Gewalt antun oder sie um ihren Lohn betrügen, dass sie dann angezeigt werden.

Kein System ist so perfekt mit Hilfe von Gesetzgebung und gesellschaftlicher Stigmatisierung darauf ausgerichtet, der Kundschaft alle Freiheiten zum geringst möglichen Preis zu gewähren, wie die Prostitution.

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Epidemiengesetz #EpG und warum ich ja stimme

„Ich bewundere Dich“, sagte kürzlich eine Freundin zu mir. “Ich bewundere Dich, wie Du dein Leben trotz aller Widrigkeiten meisterst. Andere hätten sich längst umgebracht.” Cluster-Headache, an dem ich leide, hat auch den Beinamen Suizidkopfschmerz. Früher, weil die Leute den unerträglichen und unvorstellbaren Schmerz, der anfallsweise auftritt, nicht aushielten. Heute, weil sie es nicht aushalten nie zu wissen, wann die nächste Attacke kommt und erst etwas gegen den Schmerz und die Symptome machen können, wenn sie da sind. Vollständig verhindern kann man sie nicht. Und sie kommen unberechenbar. Das bedeutet nie zu wissen, wann die nächste Attacke kommt und wie stark sie sein wird.

Sie findet es nicht selbstverständlich, wie ich damit und weiteren Schicksalsschlägen umgehe.

Ich liebe mein Leben auch nicht immer, aber ich habe kein anderes. Ich habe nur das Eine und ich kann es nicht umtauschen. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert.

Dieses Leben werde ich nicht fahrlässig einem Virus aussetzen, auch wenn mein Immunsystem stark ist. Ich werde zwar nicht zu denen gehören, die zuerst geimpft werden: ich gehöre weder zu einer exponierten Berufsgruppe, noch zu einer besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe an. Aber ich riskiere dieses Leben nicht für eine nicht belegte These, wonach, wer ein starkes Immunsystem hat, automatisch vor SARS oder einer Mutation davon geschützt ist. Wenn ich mit einem tollwütigen Fuchs in Berührung käme, würde ich mich auch impfen lassen und mich nicht darauf verlassen, dass mein Immunsystem damit klar käme. Ich habe nur dieses eine Leben. Und das vertraue ich nicht irgendwelchen christlichen Fundamentalisten und ihren Gebeten an, noch verlasse ich mich in einem solchen Fall auf homöopathische Impfungen, energetische Raumsprays oder anderen unwissenschaftlichen Hokuspokus.

Ich werde mich entweder impfen lassen, wenn eine Epidemie ausbricht oder zu Hause bleiben. Ich erwarte aber auch, dass exponierte Berufsgruppen wie Zöllner, Polizisten, Pflegepersonen, Mediziner oder andere wichtige Berufsgruppen geimpft sind oder nicht arbeiten gehen.

Ich habe nur dieses eine Leben und das setzte ich nicht aufs Spiel für zweifelhafte Methoden oder den Glauben, es könnte mich nicht treffen, weil ich zu den besseren Menschen gehöre. Ich glaube auch nicht, dass ich eine natürliche Selektion, die sich ein paar Impfgegner vielleicht insgeheim von einer Epidemie, oder noch besser einer Pandemie erhoffen, überleben werde, weil ich vielleicht zu den Auserwählten 10 % gehöre, die das überleben könnten.

Ich tue das nicht nur für mich. Ich tue das auch für alle und erwarte das von allen. Es ist keine persönliche Freiheit, wenn ich als potentielle Überträgerin dutzende von Menschen infiziere, die dieser vermeintlich natürlichen Selektion zum Opfer fallen könnten.
Ich brauche die Allgemeinheit in vielen Punkten des Alltags. Ich habe der Allgemeinheit gegenüber folglich auch eine Verantwortung. Das Risiko, mich mit einer Impfung mit Nebenwirkungen zu gefährden ist a) geringer als b) ohne Impfschutz zu sterben und andere zu infizieren.

Gemäss altem Epidemiengesetz hätte ich diese zweifelhafte Wahl nicht einmal. Kantone können jederzeit Impf-Obligatorien für die gesamte Bevölkerung erlassen und das zeitlich unbegrenzt.

Mein Ja, bedeutet, dass ein Obligatorium nur in einer wirklich gefährlichen Situation eintrifft, zeitlich begrenzt ist und auch mich schützt, weil Pflegepersonal, Polizisten oder Ärzte entweder geimpft sind, mich nicht anstecken können oder aber nicht im Dienst sind, bis die Gefahr vorüber ist.

Ich lasse mich nicht für dubiose und weltfremde Motive religiöser Kreise und sektenähnlichen Organisationen missbrauchen, um ein Gesetz abzulehnen, das denen dann vielleicht das Gefühl vermittelt, die besseren Menschen zu sein oder ihnen erlaubt, einfach ihre Wundermittelchen und verantwortungslosen Therapien besser verkaufen zu können.

Ich sage ja zum #Epidemiengesetz, weil ich in diesem Punkt den Fachleuten absolut vertraue und weil ich überzeugt bin, dass das Bundesamt für Gesundheit diese Verantwortung auch wahrnimmt.

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Was im Dunkeln passiert ist nicht sichtbar

Ich bekam den Hinweis, mir folgende Dokumentation anzusehen:

Verkaufte Kinderseelen – Zwangsprostitution in unserer Nachbarschaft.

http://www.ardmediathek.de

Dazu die Frage, ob es in der Schweiz auch so sei.

Prostitution besteht zu über 90% aus der Nachfrage danach. Die Nachfrage stellen heterosexuelle Männer, ein kleiner Teil auch homosexuelle oder bisexuelle Männer. Der Markt für Frauen ist unbedeutend und er spielt sich unter anderen Gegebenheiten ab, als die klassische Prostitution.

Zwangsprostitution ist Zwangsarbeit. Zwangsarbeit findet bei uns am häufigsten auf dem Bau statt. Weitere Orte von Zwangsarbeit sind Fabriken, meist Textilfabriken und im Hausahlt- und Pflegebereich.
Es ist einleuchtend, dass bei uns auf Kinder oder Jugendliche Zwangsarbeiter auf dem Bau auffallen würden und da auch kaum eingesetzt werden, weil sie die körperlichen Voraussetzungen nicht mit sich bringen.
In der Prostitution, die sich weitgehend im Verborgenen abspielt, gibt es dann Zwangsarbeit und Kinderarbeit, wenn die Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Eine Rahmenbedingung ist die Anonymität. In der Schweiz dürfen sich Mädchen ab dem 16. Lebensjahr, da sexuell mündig, auch prostituieren. Und es gibt so junge Mädchen, die das auch tun. Es ist anzunehmen, das sie das meist freiwillig tun, um ihr Taschengeld aufzubessern, oder um sich Dinge zu leisten, die sich sonst nicht leisten könnten. Da sind die Rahmenbedingungen die sozialen und ökonomischen Lebensverhältnisse. In der Regel. Es wird auch welche geben, die sich freiwillig und gelegentlich oder einmalig prostituieren, wegen des Reizes des Verbotenen. In einem solchen Fall wäre bei uns allenfalls der nachfragende Freier wegen sexueller Handlung mit einer Minderjährigen strafbar, wenn er älter als 20 ist.

Wohnungsprostitution wie in der Dokumentation gezeigt, gibt es auch bei uns. In zwei Formen. Das eine sind Gelegenheitssexworker, die in ihren Privatwohnungen sexuelle Dienstleistungen anbieten. Erwachsene Frauen, die das sehr diskret machen und keine grosse Kundenfrequenz haben.
Dann gibt es die illegalen Bordelle, in denen Mädchen und Frauen, meist aus dem Osten zur Prostitution gezwungen werden. Diese Wohnungen sind in der Regel in Privathäusern oder anderen geeigneten Liegenschaften, bei denen ein häufiger Kundenverkehr nicht auffällt. Diese Standorte werden oft gewechselt, die Frauen auch. Einige haben sich darauf spezialisiert, nur einen Abend, eine Nacht an einem Ort eine Party anzubieten, zu der nur Insider Zutritt haben.
In der Schweiz dürften nur gerade in Genf die Rahmenbedingungen für illegale Bordelle in Privatwohnungen in irgendeiner Wohnsiedlung gegeben sein. In der restlichen Schweiz sind die Städte zu klein, die Anonymität ist nicht gegeben.

Prostitution ist in der Schweiz zwar legal, aber mit kantonalen Rahmengesetzen kann sie eingeschränkt oder an gewissen Orten faktisch verboten werden. Es gilt als stilles Gewerbe und das darf man zwar in einer Privatwohnung ausüben, es bedarf aber entweder einer Bauzonenkornformität oder die Nachbarn fühlen sich nicht gestört. In der Schweiz muss der Vermieter bei öffentlichen Bordellen eingeweiht sein, sonst besteht es nicht lange. Vermieter verdienen auch ganz gut an solchen Salons. Die Beschäftigung illegal anwesender Personen ist strafbar, womit die Illegalität von Bordellen weiter ins Versteckte verschoben wird.

Nach wie vor strafbar ist die aktive Zuhälterei. Wer jemanden der Prostitution zuführt, ihre Rahmenbedingungen bestimmt usw. macht sich strafbar. Das heisst nicht, das sich nicht auch hier einiges an Menschenhandel und Zwangsarbeit in der Prostitution abspielt. Aber eben es findet im Dunkeln statt. Flatrateangebote für Freier dürfte es auch hier geben, wenn auch nicht in dem Ausmass wie in Deutschland. Das hat zum einen mit der begrenzten Zahl an potentiellen Freiern zu tun, von denen die meisten nicht von anderen Freiern gesehen werden wollen. Die Gefahr selbst als Zürcher in Basel erkannt zu werden ist gross. Zum anderen ist auch die Schweiz in diesem Bereich eine Hochpreisinsel.

Richtig teuer dürfte es aber da sein, wo Kinder oder Jugendliche im Spiel sind. Je grösser das Risiko für den Anbieter – in diesem Fall den Zuhälter – desto höher der Preis. Und Pädosexuelle gibt es auch in der Schweiz.

Eine der wichtigsten Rahmenbedingungen, um das Phänomen einzudämmen ist ein Opferschutzgesetz. Werden Zwangsarbeitende egal wo, egal ob Frauen oder Männer, werden sie ausgeschafft. Viele machen keine Zeugenaussage, erstatten aus Angst vor Verfolgung ihrer Angehörigen keine Anzeige. Was mit Kindern geschieht, die bei solchen Razzien gefundene werden, darüber kann auch ich nur spekulieren. Sie werden wohl den Vormundschaftsbehörden überstellt.
Verfahren über Menschenhandel gibt es selten. Wer ein solch riskantes Geschäft betreibt, sichert sich gut ab. Solange die Zeuginnen Angst haben müssen, zu Hause getötet zu werden oder dass ihren dort lebenden Kindern etwas passiert, schweigen sie.
Da sie – auch wenn es unter Zwang geschah – der Prostitution nachgingen macht sie zudem zu ebenfalls unmoralischen Personen und das spiegelt sich in allen Verfahren, von denen ich Kenntnis hatte wider.

Dass nicht nur Frauen und Kinder aus dem Ausland – in Deutschland ist es mit den neuen EU-Ländern einfacher geworden – verschleppt oder herlockt, um sie an Bordellbetreiber zu verkaufen, sondern dass es auch hier Eltern gibt, die ihre eigenen Kinder zur Prostitution zwingen, wird gerne verdrängt. In 30 Jahren gab es einen Medienbericht, eine Dokumentation über Pädophile im ZDF. Es gehört zu den Dingen, die wir nicht wahrhaben wollen. Zugegeben das Phänomen ist nicht häufig, aber es wird auch nicht gezielt darüber berichet. Es würde unsere schöne heile Welt, in der Gut und Böse strikt geteilt ist, zerstören.

Tatsache ist, dass es eine Nachfrage nach Frauen, Mädchen und Knaben gibt. Dass diese Nachfrage aus Männern besteht. Deshalb überwiegend aus Männern, weil diese nicht nur die finanziellen Mittel haben sondern auch im Glauben aufgewachsen sind, sie könnten alles jederzeit und überall kaufen.

Die Dokumentation hat gezeigt, wie sich in Deutschland – in der Schweiz ist es da nicht viel anders – schwer tut beim Opfer- oder Zeugenschutz. Holland bildet da eine löbliche Ausnahme in Europa. Es wird wohl viel Lobbying gemacht, immerhin werden alleine mit dem Zweig der Zwangsprostituion jährlich Milliarden umgesetzt, es geht also um viel Geld, aber wer Böses denkt, der kann auch sagen, es sind halt einfach mehr Männer in der Politik und die wollen ihren Geschlechtsgenossen weder das Geschäft noch die Lust verderben

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Veganer missionarisch unterwegs

Menschen, die mir ihr Weltbild aufdrängen wollen sind mir aus zwei Gründen suspekt. Zum einen ist es diese Fremdbestimmung, die mich meiner persönlichen Freiheit, zu denken und zu fühlen, was ich bestimmt habe, berauben will und zum anderen streben sie wenn sie missionarisch unterwegs sind oft eine Veränderung der ganzen Gesellschaft an.
Mir ist es egal, wer sich wie ernährt, ob jemand raucht, Alkohol trinkt, Drogen nimmt oder joggt. Ob er zu Fuss, mit dem Fahrrad oder dem Auto unterwegs ist. Leben und Leben lassen, ist für mich nicht irgendein Motto, sondern die Basis um selber zufrieden durch die Welt gehen zu können.
Es macht mir Angst, wenn aber jemand anfängt seinen Lebensstil als den einzig richtigen zu propagieren und radikal fordert, dass alle diesen anzunehmen haben.

Auf Twitter schrieb kürzlich ein Veganer: „Milch tötet Kälber“
Erstens ist die Aussage schlicht falsch. Milch tötet keine Kälber. Kuhmilch ist für Kälber nicht giftig.
Zweitens ist die darin versteckte Botschaft, wer Milch trinkt, tötet Kälber ein ziemlich happiger Vorwurf.
Ich habe diesen Tweet nicht einfach ignoriert, sondern darauf reagiert. Daraufhin tauchten plötzlich Begriffe wie Mord und ermorden von Tieren auf, es wurde mit dem vergewaltigen und töten von Menschen verglichen und endete vorläufig in der Forderungen, dass die Tiere dieselben Rechte wie Menschen haben müssen und dass sich die Menschheit veganisch ernähren müsste. Begründet wurde letzte Forderung damit, dass dann niemand mehr hungern müsste.
Das ist der Versuch moralischer Nötigung. Wer will schon schuld sein, am Welthunger und wer will schon tierfeindlich sein.
Die Anfragen, warum Tiere (immerhin sprechen wir bei Kühen und Kälbern von vom Menschen gezüchteten Nutztieren) dieselben Rechte wie Menschen haben sollten, wurden nicht mit sachlichen Argumenten beantwortet sondern lediglich mit dem Anspruch, es müsse so sein.

Da ich Fleisch aus geschmacklichen Gründen nicht so mag, esse ich viel Milchprodukte, wie Butter und Käse und ich mag, das was man aus der Kombination von Milch und Eiern machen kann. Ich bin also schon mal persönlich nicht bereit ohne plausiblen Gründe auf etwas, das ich sehr gerne esse zu verzichten.
Die Art und Weise, wie die Forderungen in letzter Zeit immer häufiger öffentlich, auch im Schweizer Fernsehen (Zischtigsclub) gestellt werden, zeugen von einer intoleranten und fanatischen Haltung.

Stellen wir uns doch einfach mal vor, diese Forderungen würden in Form einer Initiative vors Volk kommen, von diesem angenommen und müssten dann umgesetzt werden. Das wäre eine radikale Veränderung unserer Gesellschaft, ein Einschnitt in die persönliche Freiheit des Einzelnen und hätte offen gesagt einen faschistischen Charakter. Viehzucht und Fleischproduktion würden verboten, Nutztierhaltung abgeschafft. Der Import sämtlicher Lebensmittel, die tierische Produkte, wie tierische Fette, Milcheiweiß, Eier oder andere tierische Produkte enthalten würde verboten. Verschärfte Grenzkontrollen bei Privaten, Hausdurchsuchungen bei Verdacht auf den Besitz von tierischen Produkten, Kriminalisierung all jener, die sich trotz Gesetz nicht an diese Ernährungsvorschriften halten. Eine Zunahme der Wilderei und somit ein massiver Anstieg der Kriminalitätsrate.
Ich male schwarz? Nein, ich denke das ganze nur bis zu Ende

Was geschähe mit den Nutztieren. Töten darf man sie nicht. Wildert man sie aus? Schlechte Idee. Bei Hühnern würds ja noch gehen, die Fuchspopulation würde etwas ansteigen, aber Herden von verwilderten Kühen sind ziemlich gefährlich. Wer es nicht glaubt, frage mal nach was in der Sperrzone von Fukushima mit den freigelassenen Kühene passiert ist. Sie bilden Herden geführt von einer Mutterkuh und greifen alles an.

Getreide und Gemüse kann man nicht überall anpflanzen, die klimatischen Bedingungen müssen gegeben sein. Die Anbaugebiete würden sich aufs flache Mittelland und einen Teil des Ostens konzentrieren, müssten aber so umzäunt werden, dass die freigelassenen Nutztiere sie nicht verwüsten. In Bergbieten lässt sich weder Getreide noch Kartoffeln anpflanzen. Bergregionen müssten fast den ganzen Bedarf an pflanzlichen Lebensmitteln aus dem Mittelland „importieren“.
Wir können nur einen Teil des Getreides, das wir anpflanzen selber verwerten, der Rest ist schlicht Viehfutter. Natürlich könnte man so die nun den Menschenrechten gleichgestellten Tiere weiterhin durchfüttern. Tierhaltung würde dann zur Pflicht. Nur wer zahlt dafür?
Sie weiterhin einzusperren wäre ja bei dem Menschen gleichgestellten Rechten nicht möglich ,da Freiheitsberaubung. Sie durch natürliche Selektion aussterben lassen. Sie zu sterilisieren geht auch nicht, denn das würde ebenfalls ihre Rechte beschneiden.

Aber soweit wird es eh nie kommen, denn die Missionare der Veganer verkennen einen wichtigen Aspekt der Realität. Die Menschheit bräuchte, um sich rein pflanzlich zu ernähren eine zweite Erde, die nur dem Pflanzenbau dient. Unsere bietet schlicht nicht genug klimatisch geeignete Anbauflächen. Die Haltung von Nutztieren als Fleisch oder Milchlieferanten ist hingegen überall möglich und wird deswegen auch weiterhin praktiziert werden.

Veganer und ihr missionarisch geführtet Feldzug zeigt aber auf, wie gefährlich ideologische Bewegungen sind. Immer dann wenn eine Gruppe sich als die moralisch besseren Menschen versteht, da taten die Nationalsozialisten genauso wie die Kommunisten, und verlangt, dass sie anderen ihr Verhalten dem ihren anpassen müssen, ist die Versuchung gross diese mit Hilfe von Gewalt umzusetzen. Zwang an sich auch wenn er auf demokratischem Weg installiert wird, bleibt Zwang. Gewalt ist es dann, wenn die Forderungen jeglichem Nutzen für die Allgemeinheit entbehren und diesen keinen Schutz wie z.B. vor Radioaktiver Verseuchung bieten. Die Gewalt ist bereits in der Sprache der veganischen Missionare angekommen, indem sie das Schlachten von Nutztieren als Tötung und Mord bezeichnen und es dem Töten von Menschen und im Falle der Kälber mit Kindermord gleichstellen.

Ich möchte hier niemanden namentlich bloßstellen darum sind die Namen aus den betreffenden Tweet entfernt worden

tweet1

tweet2

twverg

twverg

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Unser Rechtssystem stammt nicht aus Hollywood

Über Recht, Unrecht und Gerechtigkeit wird genauso viel gesprochen wie übers Wetter. Auffallend dabei ist, dass die Vorstellung von Recht im Sinne der Gerichtsbarkeit sich an Hollywoodfilmen oder amerikanischen Serien orientiert und die Wenigsten wissen, wie unser schweizerisches Rechtssystem funktioniert.

Solange es sich um zivilrechtliche Belange, wie Miet-Arbeits-oder Versicherungsrecht dreht kann ich den Leuten noch erklären, warum Recht nicht einfach mit persönlich empfundender Gerechtigkeit gleichzusetzen ist. Tauchen jedoch Themen aus dem Strafrecht auf, dann wird schnell von Ungerechtigkeit gesprochen. So fand der Mieter einer Freundin, es sei unfair, dass ich als Protokollführerin zur Wohungsübergabe mitkam. Dass es ihr gutes Recht ist, eine Zeugin (es hätte auch jemand vom Hauseigentümerverband sein können) wollte er nicht gelten lassen. „Wenn man fair miteinander umgeht, dann braucht es das nicht“, meinte er.
Fairness ist ein Begriff, der so oder so ausgelegt werden kann. Das Mietrecht hingegen kennt klare Regeln, die für beide Parteien verbindlich sind.

In persönlichen Fällen spielt dabei das Strassenverkehrecht eine grosse Rolle. Das Strassenverkehrsrecht ist in der Schweiz ein Teil des Strafrechtes und beinhaltet je nach Übertretung neben Busse auch eine Strafanzeige. Dass sie quasi zweimal gestraft werden, verstehen viele Leute nicht. In diesem Bereich kommen auch die meisten Forderungen nach Einzelfalllösungen.

In öffentlichen Fällen, über die in den Medien berichtet wird, wird entweder gefordert, dass diese mehr verhindert werden müssen und im Falle von Berichten über Urteile, werden diese entweder als ungerecht oder je nach Fall zu wenig streng angesehen. Bei Raserunfällen werden immer härtere Strafen gefordert, auch Massnahmen, die nicht im Strafkatalog stehen. Bei Sozialversicherungsbetrug findet man es sogar völlig in Ordnung, wenn für deren Verhinderung gar Grundrechte verletzt würden.
Umgekehrt wird generell bei Fragen des Datenschutzes mehr auf die Einhaltung von Grundrechten gepocht und im Asylwesen je nach Lager Einhaltung der Menschenrechte oder eben Missachtung der Menschenrechte.

In allen Diskussionen fällt mir auf, dass die Leute eine romantische Vorstellung vom Rechtssystem haben. Sie glauben Recht werde bei uns so gesprochen, wie sie es aus Hollywoodfilmen und amerikanischen Serien kennen.

Das Schweizer Recht basiert auf römischem Recht und unterscheidet sich vom anglo-amerikanischen in ein paar entscheidenden Bereichen.

1. Die Schweiz kennt seit 2004 keine Laienrichter mehr. Geschworenengerichte wie in Amerika wurden bei uns nur ausnahmsweise und nicht im Regelfall eingesetzt. Bei uns entscheiden Richter über Schuld oder Unschuld. Sie müssen sich dabei an die Beweiswürdigung halten und ihre Urteile auf der Basis der bestehenden Gesetze begründen.

2. Es gibt keine Einzelfalllösungen an sich. Gesetze gelten für alle gleich. Das nennt man Gleichbehandlungsprinzip. Die Rechtssprechung definiert was eine gesetzteswidrige Handlung ist. Die Rechtssprechung besteht aus Bundesgerichtsurteilen und juristischen Expertisen, bei der ein Konsens für die Auslegung von Gesetzen gesucht wird.

3. Die Verfassung gibt den Rahmen für die Rechtssprechung vor.

4. Strafuntersuchungen werden in der Schweiz von den Staatsanwaltschaften eingeleitet und geführt. Die Polizei hat nicht wie in Amerika die Kompetenz von sich aus Strafuntersuchungen einzuleiten.

5. Wurden bei der Beweisaufnahme Formfehler gemacht, dann können diese nachträglich behoben werden ,wenn davon auszugehen ist, dass die Beweise auch fehlerfrei hätten beschafft werden können.

6. Es gibt keine Deals

Um es konkret auszuformulieren, nehmen wir das Beispiel Strassenverkehrsgesetzübertretung. Kein Rechtsbereich ist so klar definiert wie ds Strassenverkehrsgesetz. Hier gilt die oft geforderte Nulltoleranz. Wer zu schnell fährt, gefährdet Menschenleben. Real oder hypothetisch ist dabei nicht von Belang. Das Argument: „Es war ja um diese Zeit sonst niemand unterwegs“ greift nicht. Wer hypothetisch eine Gefahr im Strassenverkehr darstellt ist im Sinne der jeweiligen Übertretung schuldig. Das Strafmass für jeweilige Vergehen ist klar definiert.

In Zivilverfahren wird in der Regel zuerst versucht eine Einigung mit beiden Parteien zu finden. Das nennt man einen Vergleich. Wird kein Vergleich erzielt muss die Recht fordernde Partei ihren Rechtsanspruch beweisen.
Im Falle von Vesicherungsleistungen muss also der Versicherte im Schadensfall, den Schaden nachweisen können. Bei einem Sachschaden ist das noch einfach. Komplizierter wird das Ganze, wenn es um den Beweis von Sozialversicherungsleistungen geht, da dort dem Versicherten in der Regel das notwendige Expertenwissen fehlt.
Ich weiss aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist, als medizinscher Laie den Beweis zu erbringen, dass die Krankenkasse für eine medizinische Behandlung die Kosten übernehmen muss, weil die Therapie den Kriterien von Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit erfüllt.

Bei einem sogenannten Offizialdelikt hingegen braucht die klagende Partei keinen Anwalt. Sie kann einfach eine Anzeige erstatten. Entweder bei der Polizei oder direkt bei der Staatsanwaltschaft. Offizialdelikte auf Antrag sind z.B.: Betrug, Verleumdung, Stalking, Drohung, Körperverletzung, um einige zu nennen. Der Staat ist dann verpflichtet von sich aus eine Strafuntersuchung einzuleiten. Mit der Strafuntersuchung klärt er ab, ob der Straftatbestand erfüllt ist, oder nicht. Nur, wenn der Straftatbestand im juristischen Sinne erfüllt ist, erfolgt eine Strafverfolgung und ein Strafverfahren.

Wird eine Strafverfolgung nicht eingeleitet, kann die klagende Partei, Parteirechte geltend machen und Einsprache erheben. Erst dann braucht sie einen Anwalt und muss den Beweis erbringen, dass eine Straftat vorliegt.

Vieles an Verfahrensabläufen ist kompliziert und bedarf einer juristischen Unterstützung. Es gilt jedoch das jeder Einzelne unabhängig von seinen finanziellen Mitteln sein Recht (ausgenommen Zivilverfahren) einfordern kann. Dafür gibt es die unentgeltliche Rechtsbeihilfe. Die wiederum muss der Anwalt beim Gericht beantragen.

Wichtig ist jedoch, dass der Rechtsstaat nicht willkürlich urteilen darf. Er ist im schweizerischen Rechtssystem an die Gesetze und die Rechtssprechung und an die Verfassung als Rahmen gebunden. Die Rechtssprechung definiert denn auch generell und nicht im Einzelfall, wann ein „Betrug“ ein Betrug ist oder ob es sich um einen einfachen „Diebstahl“ oeder um einen „Raub“ handelt. Die Begrifflichkeiten, die im Alltag und in der Presse sehr inflationär gebraucht werden, sind in unserem Rechtssystem genau definiert.

Nicht, dass was wir in moralischer Wertung als „Nötigung“ oder „Erpressung“ ansehen ist dann auch juristisch gesehen Nötigung oder Erpressung, sondern das, was die Rechtssprechung darunter definiert hat.

Das Schweizerische Rechtssystem ist kein statischer Zustand, Leitentscheide des Bundesgerichtes und Juristen verändern die Rechtsprechung immer wieder, weil sich auch die Zeit und der Zeitgeist ändert. Letztlich bestimmen aber sie und nicht der Bürger darüber wie Recht ausgelegt wird. Weder im Allgemeinen noch im Einzelfall

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Meditation macht einem nicht den Haushalt

Eine Freundin erzählte mir heute, ihr Sohn, der in eine Privatschule geht, hätte sich über die Meditationslehrerin beschwert: „Wir mussten heute in den Wald gehen und im Stehen meditieren. Dazu mussten wir die Augen schliessen.“
„Zum meditieren muss man die Augen schliessen“
„Ja aber das ist verdammt blöde, wenn einem dabei die Mücken stechen.“
Er sei von oben bis unten verstochen gewesen, sagte die Freundin und dass sie nicht verstehe, wozu man kurz vor einem Gewitter, wenn Mücken bekanntermassen besonders aggressiv sind, mit Schulkindern zum meditieren in den Wald gehe. Ausserdem fügte sie hinzu, verstehe sie ihren Sohn. Sie könne die Augen auch nicht schliessen, zum meditieren, sich fallenlassen und so. Dabei wisse sie doch, dass Meditation gut sei.
Ich fragte sie: „Und was bringt Dir Meditation? Macht sie Dir den Haushalt?“
„Nein, aber es soll ja entspannen und einem dann mehr Energie geben“
„Und dann macht sich der Haushalt von allein?“
„Nein natürlich nicht, aber entspannen ist schon gut.“
„Dann trink ein Bier, das entspannt auch oder leg Dich hin und schau fern. Nicht irgendwas, sondern eine Serie, die einen regelmässigen Bildschnitt hat. StarTrek ist ganz gut, noch besser ist ein Autorennen. Meiner sagt immer, dazu könne er am besten schlafen.“

Ich habe das mit meditieren und Yoga aufgegeben, als ich merkte, egal wieviel ich mache, um meinen inneren Frieden, mehr Energie zu finden oder der Erleuchtung näher zu kommen, als ich merkte, es reicht nicht dazu aus, um den Müllsack telepathisch vor die Haustüre zu platzieren. Ja, es löst überhaupt meine Alltagsprobleme nicht. Trotz felsenfester Überzeugung ich von allem Materiellem lösen zu müssen, das Materielle verschwand durch Verleugnung nicht aus meinem Leben. Ich wollte in einem Bett schlafen und in einer Wohnung, nicht auf der Strasse und Hunger macht mich sehr schnell schwach. Einmal fasten hat mir in meinem Leben gereicht. Zur Läuterung von Idealen und romantischen Wunschvorstellungen darüber wie das Leben sein sollte, war es der beste Weg. Ich habe irgendwann zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr all den esoterischen Krempel in meinem Kopf in einen symbolischen Müllsack gesteckt und diesen vor die Türe gestellt und meinen Haushalt auf Vordermann gebracht.
Und siehe da, mein Leben wurde nicht besser, aber ich kam besser damit klar.

Ich tat das, was die meisten Leute in meiner Umgebung auch taten, ich arbeitete, um Geld zu verdienen und das Glück war mir hold, ich hatte zwei Jobs, die mir auch noch Spass machten. Irgendwann beschloss ich von einem Tag auf den anderen mit Rauchen aufzuhören, weil es ungesund ist, weil Kleider und Haare immer nach Rauch riechen und einfach weil ich es wollte.
Ich ging regelmässig schwimmen, weil ich gerne schwimme und ein ich Bad gefunden hatte, in dem es kaum Publikumsverkehr und keine schreienden Kinder hatte. Dass mich gewisse Geräusche und sehr hohe und sehr tiefe Töne derart zu stören begannen, dass ich ihnen auswich, schrieb ich dem Alter zu. Nur dass mich Schwimmen leistungsmässig nicht steigern konnte, ja sogar immer schneller und in kürzeren Abständen ausser Atem geriet und dazu noch unerträgliche Kopfschmerzen bekam, verstand ich nicht. Ich hatte aufgehört zu rauchen, ich sollte eine bessere und nicht schlechtere Lungenkapazität haben. Abklärungen ergaben, es lag weder an der Lungenkapazität noch am Blutdruck, noch an was anderem. Ich galt als kerngesund, was meine Werte betraf. Ich litt weder an einer Allergie, noch an irgendeiner Viruserkrankung und auch mit meinen Augen, auf der Seite, auf der meine Kopfschmerzen hatte, tränte das Auge und es brannte oder schmerzte jeweils auch.
Ich nahm Aspirin und auf Empfehlung von Freunden das „Hausmittelchen“, das bei Migräne angeblich so gut sei. Haschisch. Nach einem Jahr stellte ich die Wasserpfeife ins Regal und begann wieder Zigaretten zu rauchen. Das Hausmittelchen hatte nicht nur nicht geholfen, es hatte es schlimmer gemacht. Dasselbe galt für autogenes Training (bei geschlossenen Augen) Meditationen und anderen Entspannungsübungen.
Statt mich hinzulegen begann ich herumzutigern, oder lief in der Gegend herum. Das half etwas. Das Zigaretten und Kaffee linderten meine Qualen, insbesondere Nachts, wenn ich zwar vom Schmerz völlig erschlagen war, aber trotzdem nicht einschlafen konnte.

Alle hatten ein Heilmittel parat, jeder kannte einen Homöopathen, nicht irgendeine, sondern den einzig richtigen, dasselbe galt für Akupunktur, Craniosacrale Therapie, Atlaslogie und Kinesiologie und, und, und. Ich habe alles ausprobiert, was mir Freunde und Bekannte anboten, aufdrängten und natürlich immer mit der Hoffnung es helfe. Ich schluckte tonnenweise Brufen, das manchmal nach einer halben Stunde half und manchmal auch nicht.
Ich machte jede noch so abstruse Therapie mit, ging zu Wunderheilern, die einem in schmuddeligen Zimmern empfingen und mir ihre schmutzigen HÄnde -die Hände waren immer schmutzig – auf den Kopf legten und schluckte zum Leidwesen meiner jeweiligen Freundinnen oder Bekannten weiterhin Brufen.
Nach 7 Jahren bekam ich ein neues Medikament verschrieben. Imigran, ein neues Migränemittel. Es half noch weniger als Brufen, ich brachte die angebrochene Packung zurück in die Apotheke. Die Apothekerin sagte mir, es gäbe dasselbe Mittel auch als subkutane Injektion. Unter die Haut gespritzt mit einem ähnlichen System, wie Diabetiker Insulin spritzen, würde es schneller wirken. Die Vorstellung mir selber Spritzen zu setzen, auch wenn ich dabei keine Spritze in der Hand hielt und keine Nadel sah, hielt mich genau eine Woche ab, dann war der Schmerz stärker und ich sprang über meinen Schatten. 10 Minuten später war ich schmerzfrei. 2 mal pro Tag eine Dosis, schrieb der Pharmahersteller vor, für mehr würde keine Verantwortung übernommen. Zwei, drei Monate hielt ich mich brav daran und schluckte dazwischen Brufen. Dann fragte ich den Apotheker, ob es meine Nieren schädigen würde, wenn ich mehr nehmen würde. Diese neue Generation von Medikamenten würden weder Magen-Darm schädigen ,wie es bei Brufen, Aspirin und Konsorten der Fall ist, noch Leber und Niere belasten. Ich nahm nur noch Imigran verscherzte mir Freundschaften, weil ich therapiemüde jede weiteren alternativen Therapien, Änderungen meines Ernährungsstils oder so Unsinn wie meine Wohnung Feng Shui gerecht einzurichten ablehnte. Ich war therapiemüde und ich hatte etwas, das mir half, das dafür sorgte, dass ich 3-4 Stunden am Stück schlafen konnte, bevor mich die nächste Schmerzattacke weckte. Ich konnte mich wieder dem Leben und der Suche nach einem Liebhaber widmen.
Ich – in der Zwischenzeit wegen schwerer therapieresistenter Migräne zu 100% arbeitsunfähig und IV-Bezügerin – begann wieder auszuprobieren, ob es eine Arbeitsmöglichkeit gab, die sich rund um die Krankheit arrangieren liess. Aber dazu kam es nicht.
Die Krankenkasse befand, das Medikament als zu teuer, bezog sich auf der Packung vorgeschriebene Maximaldosis und verlangte, dass ich zur Abklärung in eine Klinik gehe. Da wollte man einen Entzug des Medikamentes durchführen, weil ich nun angeblich keine Migräne, sondern Schmerzmittelinduzierten Kopfschmerz hätte. Ich habe Jahre später herausgefunden, dass Medikamenteninduzierter Kopfschmerz eine aus Amerika importierte Diagnose war, die hier ungeprüft auf unsere rezeptfreien Schmerzmittel, alles reine Entzündungshemmer übertragen worden waren. Diesselben Medikamente, die bei Rheuma und Arthrose unabhängig von der eingenommen Menge diese Beschwerden nicht verstärkten und bei den Betroffenen auch keine Kopfschmerzen auslösten. Irgendwann ist das einem medizinischen Forscher aufgefallen und er fand heraus, dass in Amerika, Schmerzmittel Opiate, Barbiturate oder Benzodiazepine enthalten. Diese Betäubungsmittel in Kombination in Präparaten (bei uns schon seit Jahrzehnten nicht mehr zugelassen) oder in Kombination mit Kopfschmerzmitteln verursachen einen zusätzlichen Kopfschmerz. Imigran ist weder ein Opiathaltiges Mittel, noch ein Schmerzmittel. Es ist gefässverengendes Mittel, das die Gefässe nur im Kopf verengt und noch einiges anderes macht, das eine Migräneattacke, aber keine Spannungskopfschmerzen bekämpft.
Ich sollte 4 Wochen kein Imigran mehr nehmen und schrittweise reduzieren. Nach drei Wochen hatte ich von der schrittweisen Reduktion die Nase voll und setzte das Mittel ganz ab. Nach drei Tagen haben sie es bemerkt. (!) In der Zeit hatte sich mein Weltbild schon verändert, was Männer in weissen Kitteln und deren Fähigkeiten betrifft.
Ich setze mich durch. 4 Wochen kein Imigran. Man gab mir als Ersatz das für meine Schmerzen wirkungslose damals neu auf dem Markt gekommene Vioxx. Es wurde zwei Jahre später verboten, weil es genau das auslöste, was man bei Imigran befürchtete. Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Ich nahm es nur etwa zwei oder drei Mal. Melleril ein Neuroleptika das mehrere Todesfälle durch Schlaganfälle verursachte und ebenfalls zwei oder drei Jahre später vom Markt genommen wurde, nahm ich zwei Tage lang, dann nur noch abends, um schlafen zu können.
Da der „Entzug“ des Imigrans nicht die gewünschte Wirkung erzielte, meine Kopfschmerzanfälle gingen nicht zurück, versteifte man sich auf die Diagnose „emotionale Instabilität“ früher nannte man es „Hysterie“. Ich kannte diese Schuldzuweisung schon von den Akupunkteuen und Homöopathen. Wenn ihre Mittelchen und Methoden nicht funktionierten, machte ich etwas falsch. Löste das Mittel falsch auf, drehte den Löffel beim verrühren in die falsche Richtung oder glaubte einfach nicht genug an den Erfolg.

Ich verabschiedete mich endgültig vom Glauben, aus der Klinik (in der ich 3 Monate verbrachte) und lebte ein halbes Jahr mit zwei Dosen Imigran pro Tag, bis ich vor lauter Übernächtigung fast einen Unfall baute. Ich bat meinen Hausarzt mir ein Schlafmittel zu verschreiben. Das war gar nicht so einfach. Auch in der Klinik haben sie mal versucht mich mit Morphium ruhig zu stellen. Es brauchte drei Injektionen bis ich einschlief.
Rohypnol, das einen Elefanten umgehauen hätte, hielt mich 24 Stunden hellwach. Das 5. Mittel, ein Benzodiazepin, ein altes Medikament, schlug an. Und es schlägt noch immer an. Seit mehr als 10 Jahren in der unverändert gleichbleibenden Dosis. Ich schlafe zwar nicht sofort ein, aber irgendwann hängts da an den Rezeptoren ein und ich schlafe 4- 6 Stunden durch.
Der Kampf mit der Krankenkasse dauerte drei Jahre, dann gewann ich auch vor Bundesgericht und seither muss sie ds Medikament unlimitiert bezahlen.
Drei Jahre lang, hielt ich tagelang 15 – 25 Attacken aus, die Tagesdosis sparte ich mir für die Wochenenden auf.

In der Klinik ist man fast verzweifelt, weil Jacobson Muskelentspannung bei mir zu mehr Spannung in den Muskeln und Schmerzattacken führte. Wenn ich heute entspannen will, dann darf ich die Augen auch nicht schliessen, den Körper nicht entspannen. Entspannung dehnt die Gefässe. Und die Gefässdehnung ist es, die die unterträglicen Schmerzen auslöst. Diese Sinnesüberreizung von Geräuschen und Gerüchen auslöst.
Es dauerte nach dem Klinikaufenthalt noch ein Jahr, bevor die richtige Diagnose gestellt wurde. Cluster-Kopfschmerz, eine trigemino-autonome Störung, keine Schmerzkrankheit. Schmerz ist nur das stärkste Symptom.

Entspannen kann ich nur im Kopf. Will ich körperliche Entspannung, muss ich schlafen. Ich habe gelernt, warum Kinder Computerspiele lieben, früher waren es die Gameboys, heute ist es das iPad. Super Mario, Tetris und Angry Birds entspannen. Dasselbe gilt für Fernsehsignale, die einen gewissen Rythmus haben.
Ich lebe zur Zeit mit ca. 20- 25 Attacken pro Tag. Ich bin aus medizinischer Sicht austherapiert. Medikamentös und chirurgisch (Ich trage ein Neurosstimulator im Körper) gibt es nichts mehr, was die Anfälle verringern oder verhindern könnte. Ich spritze 20- 25 mal am Tag subkutan das Medikament, das es inzwischen als Duplikat (Generika) gibt und das seit Ablauf des Patentes nur noch die Hälfte kostet.
Ich habe seither nie ein anderes Medikament gebraucht. In meiner Hausapotheke gibt s keine Schmerzmittel, nur Hustentropfen und Nasenspray. Ich habe bei einer Erkältung, die ich selten habe nämlich auch nicht mehr die Nerven Essigwickel oder andere Hausmittelchen auszuprobieren, sondern ich will möglichst symptomfrei sein.
Ich treibe keinen Sport mehr. Körperliche Anstrengung weitet die Gefässe und das wiederum triggert Attacken oder verstärkt bestehende. Bei Alkohol ist es ähnlich. Zu wenig löst zusätzliche Attacken aus, zuviel wirkt nur so lange bis die nächste Attacke die Wirkung aufhebt. Ja, ich hätte gerne mal einen Rausch, ich würde auch gerne mal rennen oder mehr als zwei Längen im Schwimmbad schwimmen, aber das mit dem Masosichmus wird maßlos überschätzt. Ich tue instinktiv alles, um zusätzlichen Schmerz zu vermeiden und ich gönne mir jedes Stück Zucker, jedes bisschen Fett, alles, von dem mein Gaumen meldet, es schmeckt.
Die Welt ist für mich so wie sie ist, nicht wie sie sein könnte. Das Leben findet für mich im Hier und Jetzt statt, nicht erst, wenn das und das eingetreten ist. Und wisst ihr was, es verschafft einem soviel Zeit und Freiräume, wenn man nicht den ganzen Tag Kalorien zählt, sich mit schlechtem Gewissen ein Stück Schokolade gönnt oder bei allem darauf achtet, dass man gesund lebt oder gesund isst.

Man hat, habe ich festgestellt, auch mehr Zeit für sich hat, wenn man nicht dauernd damit beschäftigt ist andere zu ändern oder gar die ganze Welt so umodeln, dass sie in die eigene passt. Und irgendwie wird die Welt dann doch noch zu einem ganz annehmbaren Ort.

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Einen Witz zu verstehen setzt Intellegenz voraus

Wie weiss man, dass man es geschafft hat, ein „intellegentes“ Gehirn künstlich zu erschaffen?
Ganz einfach, wenn es einen Witz versteht. z.B. diesen:

Ein Professor für theoretische Physik und ein Professor für Experimentalphysik befinden sich in einem politisch instabilen Land, früher auch Banandenrepublik genannt. Genau zu diesem Zeitpunkt bricht eine Revolution aus, das neue Regime lässt beide verhaften und zum Tode verurteilen. Allerdings gewährt der Diktator beiden einen letzten Wunsch. Darauf sagt der Theoretiker:“Wissen Sie, ich habe mein ganzes Leben der Theorie geopfert, der String-, der Multiversen-Theorie und der Supersymmetrie und natürlich der Quantenkosmologie. Nur wurde es mir nie gedankt. Auf Kongressen schliefen meine Zuhörer ein und meine Vorlesungen waren immer leer. Darum wünsche ich mir, dass ich einmal in meinem Leben einen Bericht über meine Forschung vor einem rappelvollen Hörsaal haltren darf. Das Publikum ist aufmerksam, interessiert und am Ende klatschen alle begeistert.“ Der Diktator gewährt ihm seinen Wunsch und wendet sich an den Experimentalphysiker, um nach dessen Wunsch zu fragen. Der meint aber nur:“Ich möchte bitte gerne vor diesem Vortrag hingerichtet werden.“

Aus „Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln“ von Puntigam, Gruber, Oberhummer

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Der Preis ein besserer Mensch zu sein

Wo leben wir denn? ist eigentlich die falsche Frage. Die richtige Frage müsste lauten, wären sie – die moralisch besseren Menschen – denn überhaupt bereit den Preis für ihr „Besser-als-die-anderen-sein“ zu zahlen.

rent

Dieser Tweet kam als Reaktion auf eine Twitterdiskussion, die auf moralische Abwege geriet. Eigentlich gings ums Thema „Autofahren“. Auf der grundsätzlichen Ebene. Jedefrau könne öffentliche Verkehrsmittel benutzen und aufs Auto verzichten. Frau müsse ja nicht auf dem Land wohnen und wenn ja, würde es auch da mit ÖV gehen. Wenn frau nur wolle. Dann kam die moralische Keule, zuerst wegen der Kosten, die Nichtautofahrer wegen der Autofahrer tragen müssten und auf Nachfrage der Tweet, bei dem mir der Kragen platzte.

caviglia

Nicht nur, weil mich ärgert, dass mir als Autofahrerin generell unterstellt wird, bequem zu sein und mich zuwenig zu bewegen, und zum anderen, weil ich dieses Argument mti dem KVG nicht mehr hören kann. Es ein „Totschlagargument“
Warum werde ich hier nun aufzeigen.

Ich koste die Krankenkasse monatlich so zwischen 16 000 und 18 000 Franken an Medikamentenkosten. Und nein, es sind keine Blutdrucksenkenden Mittel, noch habe ich Adipositas oder sonst etwas, was sich Dank täglicher Bewegung, sondern Clusterheadache (Interessierte können es nachschlagen). Es ist selten, in chronischer Form, wie ich leiden in der Schweiz vielleicht 10 -12 Personen. Eine tägliche Attackenfrequenz – Cluster tritt in Anfällen von 20 – 180 Minuten Dauer auf) von aktuell etwa 20 – 25 Clusterattacken (es waren auch schon bis zu 10 pro Tag mehr) haben ausser mir im deutschsprachigen Raum nur etwa insgesamt 3 Personen. Trotzdem ich koste und zwar viel.
Die Krankenkasse, das sei zu ihrem Schutz gesagt, hat alles (und das meine ich wörtlich) unternommen, um das Medikament nicht vergüten zu müssen. Ja sie hat sogar ca. 3 Jahre rausgeholt, in denen sie mir vom einzigen Mittel (Für Interessierte Wirkstoff Sumatriptan, subkutane Injektiion), das sich neben allen anderen Therapien als wirksam erwies nur für zwei Anfälle pro Tag vergütete.
Das eine Problem ist ich muss jede Attacke mit diesem Mittel akut bekämpfen und ich tue es auch. Das zweite Problem ist, dass zwei Einheiten 50 Franken kosten (bevor es ein Generika gab, kostete das Mittel mehr als das Doppelte)

Ich trage seit 4 Jahren einen Neurostimulator mit aufladbarem Akku im Körper. Er hat ohne OP 40 000 Franken gekostet. Es war der erste Occipitalnervstimulator (Interessierte bitte unter ONS suchen), der in der Schweiz implantiert wurde. Sseine Wirkungsweise basiert auf einer hypothetischen Annahme, deren Bestätigung oder Widerlegung nur möglich ist, weil sich ein paar Clusterpatienten diesem Eingriff unterzogen. Es wird noch einige Jahre dauern, bevor frau mit Sicherheit sagen kann, ob das Verfahren evident ist oder nicht.

Da Cluster im Gegensatz zu Migräne oder Spannungskopfschmerz einen Bewegungsdrang das sogenannte Restless-Syndrom (nicht verwandt mit Restless-Legs) auslöst und mich dazu zwingt herumzugehen, statt mich hinzulegen, ist es irrelevant, dass ich keine ÖV benutze (ich gehe lieber zu Fuss, als ein Tram zu nehmen).
Cluster ist energieintensiv, da bei jedem Anfall Stresshormone (Adrenalin, Cortison, Endorphin) ausgeschüttet werden. Ich esse daher „ungesund“ und „viel“ im landläufigen Sinne. Fett ist einfach der bessere Energielieferant als nur Kohlehydrate. Mit 5mal Gemüse am Tag würde ich schlicht verhungern.

Die Gefahr an Adipositas oder Diabetes mellitus zu erkranken sind somit gering. Ob der Stress irgendwann zu einer Herz-Kreislauferkrankgung führt oder ich einfach wegen des Verschleisses nicht sehr alt werde, steht irgendwo in den Sternen. Folgekosten wegend des hohen Medikamentenkonsums (Triptane) trage ich übrigens selber. Gefässverengende Mittel, die nur im Kopf wirken führen schlicht zu Zahnfleischschwund und Zahnarztkosen sind nicht vom KVG gedeckt. Die Befürchtunge Triptane könnten Herz-Kreislauferkrankungen oder Schlaganfälle zur Folge haben, wurden inzwischen wissenschafltich widerlegt (Interessierte, ihr wisst ja schon)

Cluster hat keinen Auslöser, frau kriegt es oder nicht. Das ist ausnahmsweise einfach. Die innere Uhr tickt wie eine Zeitbombe und bei denen das in den Genen einprogrammiert ist, tritt es mit 15 auf, bei den anderen mit 50.

Fakt ist, ich koste das öffentlich Gesundheitswesen monatlich soviel, wie sie einem ihres mittleren Kaders an Lohn bezahlen müssen. Diese Kosten tragen irgendwie alle Krankenversicherten mit, ob sie bei meiner Kasse sind oder nicht.

Ihr habt jetzt die Wahl:

– Ihr könnt mich mit Tipps über sogenannte „alternative“ Methoden eindecken. Ich verspreche Euch, ich werde sie alle ignorieren. Wenn je eine gewirkt hätte, hätte sie den Nobelpreis für Medizin erhalten.

– Ihr könnt mich an den Pranger stellen und mich zum Sündenbock für die steigenden Krankenkassenprämien machen

– Ihr könnt Euch darüber empören, dass ich für mich mitzahlen müsst, obwohl Ihr die besseren Menschen seid, weil ihr es bis jetzt geschafft habt, gesund zu bleiben

– Ihr könnt mich nicht zur Ausnahme erklären, bei der das schon in Ordnung ist. Das wäre unfair gegenüber allen anderen. Denen, die Blutdrucksenkende Mittel nehmen oder Insulin, die an Adipositas leiden oder an einer psychischen Störung.

– Ihr könntet natürlich und das wäre die einzig moralisch richtige Konsequenz, verlangen, dass nur bezahlt wird, was jemand auch einbezahlt hat.

Es steht Euch frei, dafür zu kämpfen, dass Ihr eine Krankenversicherung bekommt, wo jeder nur die Kosten erstattet bekommt, die er auf Grund seiner Prämien einbezahlt hat. Würde aber heissen, ihr dürft auch nie mehr einfangen als eine Erkältung, sonst wäre das Guthaben schnell aufgebraucht und ihr bekämt danach keinen Vertrag mehr mit einer Krankenkasse. Das war vor dem Einführen des KVG´s auch so.

Und eins hätte ich fast noch vergessen. Ihr könntet natürlich auch verlangen, dass Leute wie ich, die auf Eure Kosten Medikamente beziehen einfach eliminiert werden. Ihr könnt uns auch totschlagen, dann wäret ihr das Problem mit der Solidariät los und niemand müsste frustriert darüber sein, dass er für andere Prämien bezahlt.

Aber ihr könnt Euch mit Euren fahrlässigen Argumentationen vom hohen Ross, der moralisch besseren Menschen nicht der Konsequenz entziehen, dass irgendwwann irgendjemand auf Grund Eurer Äusserungen auch auf diese Idee kommen würde. Wir zahlen mit der „Schuld“, weil wir krank sind, ihr müsst mit der Konsequenzen zahlen, die Euer „Wir sind die besseren Menschen“ heraufbeschwören könnte. Es wäre nicht das erste Mal und es gibt bereits wieder Gesellschaften, die daran sind, die Auslöschung aller Unerwünschten einzuführen.

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