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Zurück in eine Zeit, die es nie gab

 

Dieser Blog ist  @ShirleyAnnXD  gewidmet, die die Jugend von heute und die Gesellschaft von morgen repräsentiert.

Das Extrablatt, das die SVP mit einer Auflage von über 2 Mio in Schweizer Haushaltungen verteilen liess ist mit dem Vermerk versehen, es handle sich um politische Information, nicht um Werbung und dürfe daher auch in jene Briefkästen geworfen werden, die keine Werbewurfsendungen möchten.

Dieses Blatt ist weder Werbung – wofür denn auch –noch politische Information, sondern nur der dilettantische Versuch der geistigen Indoktrination. Die SVP hätte sich den Versuch und das Geld dafür sparen können. Diejenigen, die anfällig sind für diese Art der Gehirnwäsche gehören bereits zu den braven Parteibasissoldaten dieser Partei, die mehr von einer Psychosekte, als von einer politischen Partei an sich hat. Die anderen werden damit einmal mehr abgeschreckt. Wer bitte schön möchte denn in einer Schweiz leben, wie sie die SVP heraufbeschwört. Altmodisch, folkloristisch und ein Abziehbildchen für asiatische Touristen.

Mich hat das „Extrablatt“, das keines ist – von welcher Zeitung denn? – an „Kathrinchen“ erinnert. Kathrinchen war die Tante meine Mutter und zur Zeit meiner Geburt schon fast 70 Jahre alt. Sie hatte zwei Weltkriege erlebt, Hunger und Entbehrung kennengelernt und predigte uns Kindern gebetsmühlenartig, dass diese Zeiten wieder zurückkehren würden.
Ich habe 50 Jahre darauf gewartet, aber sie kamen nicht zurück. Stattdessen kamen andere Zeiten. Zeiten, in denen die Schweizer einem EWR-Beitritt gegenüber noch offen waren, die Gesellschaft liberal und aufgeschlossen. Dann kam vor zwei Jahrzehnten ein alter Mann und verhinderte mit viel Geld und eine aufwändigen Propagandakampagne diesen EWR-Beitritt, bevor die EU gegründet wurde. Das einzige Argument gegen das Staatenbündnis auf dem europäischen Kontinent war die Beschwörung des Mythos Schweiz. Geschichtsfälschung und der Traum einer heilen Welt, die es so nie gab waren und sind noch immer die Basis für die sogenannte politische Information der SVP.

Auch in diesem „Extrablatt“ sucht frau vergebens nach irgendwelchen neuen Information, geschweige denn nach Lösungen für die Probleme, der heutigen Zeit. Es wird nur der Teufel an die Wand gemalt. Der Teufel, wie ihn alte frustrierte Männer sehen, die zeitlebens nie bekommen haben was sie wollten.

Weder ich als Frau mittleren Alters liebe SVP hat längst gelernt, das Leben selbst in die Hand zu nehmen, statt darauf zu warten von einem Ritter auf dem weissen Ross gerettet zu werden. Und selbst jene, die so jung sind, dass sie noch von einem Märchenprinzen träumen, die erreicht ihr nicht. Dazu habt ihr einfach keinen in Euren Reihen, der die Anziehungskraft eines modernen Prinzen hat.
Die jungen Männer, die ihr erreicht, sind genau diejenigen, die keine abbekommen haben und keine bekommen werden, weil sie zu altmodisch denken, weil mit ihren Weltanschauungen und Ansichten einfach nicht mehr hipp genug sind. Ihr seid ein Verein für all die Frustrierten, zu kurz Gekommenen, die Erfolglosen, ewig Gestrigen unter Minderwertigkeitsgefühlen Leidenden. Eure Vision einer Gesellschaft, die sich gegen aussen abschottet ist für die heutige Jugend in etwa so attraktiv, wie die des verstaubten Bürokratensozialismus vor 20 Jahren in der DDR.

Ihr predigt von der Freiheit und Meinungsfreiheit, wollt aber, dass alle sich Eurer Meinung unterwerfen. Ihr greift jeden öffentlich an, der sich Euch gegenüber kritisch äussert, diskreditiert und verleumdet sie.
Ihr werft sogar den Medien vor, gegen Euch zu sein, wo ihr doch zwei eigene Zeitungen euer Eigen nennt.
Hallo! Erde an SVP! Die Welt ist global geworen. Es gibt Internet und Socialmedia. Die Zeiten der totalen Überwachung sind vorbei und heute schlicht nicht mehr möglich.

Und wenn ihr hundert Zeitungen kauft und herausgebt, ihr werdet die öffentliche Meinung nie nach Eurem Willen beeinflussen können. Es wird immer eine Mehrheit geben, die sich die Freiheit nehmen sich Eure Meinungen am Arsch vorbeigehen zu lassen.

Gebt weiterhin Millionen dafür aus, ändert werdet Ihr damit nichts. Das Einzige, was ihr in 25 Jahren geschaffen habt, war das Klima so zu vergiften, dass die Leute es satt haben, sich dauernd in einem ideologischen Minenfeld zu bewegen.

Die Taktik sich deswegen auch noch als Opfer der Medien und der Linken – womit ihr alle Andersdenkende meint – zu präsentieren sorgt nur dafür, dass ihr nur für jene attraktiv seid, die sich selber als Opfer sehen. Die Jugend sieht aber lieber in gute Zukunft als in eine Düstere, wie ihr sie immer wieder heraufbeschwört. Sie identifiziert sich mit internationalen Popstars und nicht mit alten, langweiligen Schweizer Männern.
Und dann gibt es noch Frauen wie ich, die froh sind, nicht mehr auf Kinder, Küche und Kirche reduziert zu werden, die lieber einen Minirock, als eine Tracht tragen und die sich nicht verbieten lassen wollen, ihre Meinung öffentlich zu äussern.

Eins solltet ihr aus den Zeiten des kalten Krieges, des Kommunismus und der DDR gelernt haben. Die Menschen wollen leben. Sie wollen gut leben, aber sie wollen nicht in dauernder Angst leben sondern in der Hoffnung das zu bekommen, was sie wollen. Solange ihr keine Lösungen bietet, keine der Zeitangepassten Lösungen, werden Eure „politischen“ Informationen nie mehr bleiben, als das nicht ernst zu nehmende Gejammere greiser Männer.

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