„Die Schweiz erhielt die Kündigung“

Folgender Text ist die Urversion einer Kolummne von Victor Giacobbo, die anlässlich der 700 Jahr-Feier 1991 im Nebelspalter erschienen ist.
Herr Giacobbo hat mir den Text vor 6 Jahren auf meine Bitte hin gemailt, weil ich ihn meinem damaligen österreichischen Partner zeigen wollte.

Er passt zum „Vorabend“ der Abstimmung über die „Masseneinwanderung“. All jenen Eidgenossen, die Angst vor der Überfremdung haben, Angst die Schweiz werde mehr und mehr zu einer Enklave des Auslandes, sei gesagt: Seid froh, dass es so ist, wie es ist, denn es hätte schlimmer kommen können.

Meine Schweiz
v. Victor Giacobbo

Meine Schweiz gibt es nicht mehr. Und Ihre, liebe Leser, eigentlich auch nicht. Warum? Weil es bisher niemand für nötig gehalten hat, das Kleingedruckte bzw. Kleingeschriebene auf dem Bundesbrief genau zu lesen. Gemäss den Anmerkungen auf der unbeachteten Rückseite des Briefes war der im Jahre 1291 geschlossene Bund lediglich ein für die Periode von 700 Jahren gedachter Zusammenschluss mit provisorischem Charakter. Nach Ablauf dieser Zeitspanne, so der Wortlaut des Schriftstückes, verpflichten sich die eidgenössischen Stände oder deren Folgeorganisationen, das gesamte Land samt seinen zusätzlich eroberten Gebieten wieder dem rechtmässigen Eigentümer, nämlich Österreich, zu überantworten. Dies wäre allein schon Schmach genug. Aber die zahlreichen Österreicherwitzee, der vergangenen Jahre haben unsere Nachbarn nicht vergessen. So kam denn, was kommen musste: Die Schweiz erhielt die Kündigung.Bis Ende 1991 muss das gesamtee Staatsgebiet der heutigen Eidgenossenschaft geräumt, gereinigt und in einwandfreiem Zustand den österreichischen Besitzern bzw. BEsatzern übergeben werden. Grund: Eigenbedarf. Trotzdem zeigen sich die Österreicher gnädig – als vorübergehenden Wohnort haben sie uns das Fürstentum Liechtenstein zugewiesen. Glücklicherweise hat der Bundesrat bereits heute die Initiative ergriffen, um die grosse Züglete speditiv durchzuführen. Als erste Massnahme hat er in einem eindringlichen Appell die Weltöffentlichkeit aufgefordert, der Schweiz mit Bananenschachteln auszuhelfen. In einer zweite Phase wird die Landesregierung das mietrechtlich obligatorische Weisseln (weiss streichen Anm. der Bloggerin) der Berggipfel in die Wege leiten. Ferner wird das Departement für auswärtige Angelegenheiten allen Ländern dieser Welt die Adressänderung (Schweiz c/o Vaduz) zukommen lassen. Und dann bleibt uns nur noch die Ortschilder abzumontieren, die Réduit-Bunker besenrein zu hinterlassen, den Urnerboden zu versiegeln und die Eigernordwand frisch zu tapezieren. Den nächsten Vertrag werden wir genau durchlesen, bevor wir ihn in eine Museumsvitrine legen und lauthals eine Feier organisieren. Dabei fällt mir ein: Ist Österreich überhaupt ist Österreich überhaupt rechtlich in der Lage, uns das Fürstentum zu vermieten?

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Über eidgenossin

Ich bin Jahrgang 63, Wissens-und Bildungsjunkie, Bezügerin eine Invaldienrente wegen chronischer Krankheit (Clsuter-Headaches) Meine Fachgebiete sind Sozialversicherungsrecht. Ich war früher Projektleiterin der Aids-Hilfe-Schweiz und leitete das Projekt APiS. Es wurde 2012 20 Jahre alt und existiert noch immer. Ich gehe mit offenen aber auch kritischen Augen durch die Welt und habe ein fast fotografisches Gedächtnis
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Eine Antwort zu „Die Schweiz erhielt die Kündigung“

  1. Katherine schreibt:

    LnyzkZ Major thankies for the blog post.Really looking forward to read more. Fantastic.

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