Arbeit lenkt von Schmerzen ab. Herr Ritler probieren Sie es mal mit einer Clusterattacke

In der Rundschau sass Herr Ritler Leiter der IV auf dem heissen Stuhl und es war ihm verständlicherweise nicht wohl. Die Fragen die ih Sandro Brotz stellte passten nicht in seine Argumentationswelt. Die IV gibt mit dem Assistenzbeitrag mehr aus, sie spart nicht, aber sie setzt eine Limite, die für Schwerstbehinderte die Abschiebung in ein Heim bedeuetet. Ein Heimaufentahlt, der viel teurer ist, der wird dann von der Gesellschaft und nicht von der Versicherung bezahlt. Krankenkasse und somit Prämienzahler, sowie Ergängzungseistungen der Kantone und somit Steuerzahler werden mit der Übernahme der Kosten, für die die IV zuständig wäre belastet.
Wenn Herr Ritler meint: Natürlich wollen wir Sparen, in dem wir weniger Rentenleistungen auszahlen“ hätte er noch anfügen können, „das machen ja alle Versicherungen. Prämien kassieren, aber bei Leistungen einsparen und damit die versicherte Leistung nicht wirklich abdecken.
Buchhalter bestimmen, wieviel ein Menschenwürdiges Leben mit Hilfe des Assistenzbeitrages wirklich oder maximal kosten darf. Wer mehr kostet, der wird der Allgemeinheit abgeschoben. So unter dem Motto, nicht mehr unsere Sache, kümmert ihr Euch darum. Die Sparmassnahme führt dazu, dass die effektiven Kosten (in einem Heim) viel grösser sind, aber eben nicht auf die Kosten der IV, die eigentlich dazu da wäre, laufen.
Sparmassnahmen einer staatlichen Versicherung verteuern Betreuungsmassnahmen zu ungunsten der Allgemeinheit, nur damit deren Bilanzen besser da stehen.
Collateralschäden werden dabei in Kauf genommen, als wären es ein Blumentöpfe, die da in Bruch gehen.
Die Limitierung beim Assistenzbeitrag nach 6 Jahren Pilotphase wird gekürzt, weil die Buchhalter einen genormten Betrag und genormte Verrichtungen am Scheibtisch ausgerechnet haben. Auch hier gilt, das Risiko, das jede Versicherung trägt, wird auch in diesem Fall dem Staat zugeschanzt.
Gerade gut geschlagen hat sich Herr Ritler auf dem heissen Stuhl der Rundschau nicht. Es gäbe Sparmassnahmen bei der Verwaltung,die immer noch so ineffizient ist, dass sie Jahre braucht, um einen Entscheid zu fällen. Da werden tausenende von Franken für Überwachung, Gutachten und eigenes Personal ausgegebeen, dessen Funktion sich darin beschränkt, weitere Wege zu finden, um Leistungen einzusparen, die kaum die Personalkosten für dieses Personal aufwiegen. Da wird realitätsfremd berechnet wie lange jemand brauchen darf, um gefüttert zu werden, wie lange pro Tag er betreut werden darf. Die restliche Zeit sollen die Leute einfach im Bett verbringen und am besten noch ruhiggestellt.

Ritler zieht auch seine unbgklückliche Aussage „Arbeit lenkt von Schmerzen ab“ nicht zurück. Beharrt während der ganzen Sendung darauf, Schmerzen als Probleme zu degradieren, die mit einer passenden Aktivität problemlos umgangen werden können. Herr Ritler ich biete ihnen an, eine Woche diese These im Alltag zu testen. Wenn Sie mir mit Clusterattacken – die könnten vwir zwar nicht direkt auslösen, aber der damit verbundene Schmerz liess sich jeweils mit einer Injektion Capscain in eine Gesichtshälfte durchaus imitieren. Wenn Sie beweisen, dass die Ablenkung von diesen Schmerzen tatsächlich zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt, dann können wir wieder darüber reden, was an körperlichen Leiden ihre buchhalterisch berechneten Begrenzungen dann tatsächlich verschwindet. Schmerzen Herr Ritler sind nicht einfach, wie vielfach von Ihnen betont, einfach ein Problem. Schmerzen sind eine zerstörende Wahrnehmung, die sich schlecht ausblenden lässt und selbsst wenn man es schaffen würde sie dauernd zu verdrängen, bleiben sie auf der körperlichen Ebene vorhanden und werden zur zusätzlichen Belastung.
Es tut mir leid Herr Ritler, aber so einfach wie sie sich die Welt vorstellen, ist diese nunv mal nicht. Mit jeder Limitierung, jeder Einschränkung hitnerlassen sie ganze Wasserfälle von Betroffenen, die den Preis zahlen, denv sie mit ihren Sparübungen, die sich in nackten abstrakten Zahlen in ihren Büchern niederschlagen.
Wären Sie der erste, der zusätzlich zu Schmerzen noch die Belastung von Arbeit auf sich nähmen. Denn Schmerzen sind a) keine Probleme, sondern reale Empfindungen, die auch wenn sie verdrängt werden, noch immer da sind.
Mein Angebot gilt. Sie lassen 25- 30 mal pro Tag die Schmerzintensität von Clusterattacken über sich ergehen, in dem sie sich Capsacain ins Gesicht spritzen und zwei bis drei Stunden warten, bis der Schmerz wieder abklingt und berichten wie gut dann das Verdrängen durch Arbeit funktioniert hat.

brigitte obrist

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Über eidgenossin

Ich bin Jahrgang 63, Wissens-und Bildungsjunkie, Bezügerin eine Invaldienrente wegen chronischer Krankheit (Clsuter-Headaches) Meine Fachgebiete sind Sozialversicherungsrecht. Ich war früher Projektleiterin der Aids-Hilfe-Schweiz und leitete das Projekt APiS. Es wurde 2012 20 Jahre alt und existiert noch immer. Ich gehe mit offenen aber auch kritischen Augen durch die Welt und habe ein fast fotografisches Gedächtnis
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